Bosch Connected World 2018 - autonomes Fahren und Smart Logistics im Fokus

Die Bosch Connected World in Berlin (21.02.-22.02.) hat auch dieses Jahr wieder deutlich gemacht, dass der IoT-Fokus von Bosch ganz klar auf den Themen Connected Car und autonomes Fahren liegt. Gleichzeitig gewinnt das Thema Logistik und Supply Chain innerhalb des Bereichs Industrie 4.0 an Bedeutung. Nach wie vor legt Bosch großen Wert auf den Ausbau des IoT-Partner-Ökosystems.

Connected Car und autonomes Fahren

Bosch positioniert sich immer mehr als Mobilitäts-Dienstleister. Schon die Eröffnungs-Keynote von Dr. Volkmar Denner (CEO von Bosch) hat deutlich gezeigt, wie wichtig die Themen autonomes Fahren, Mobility-as-a-Service und Smart Logistics sind. So wurde die Eröffnung des neuen Geschäftsbereichs Connected Mobility Solutions unter der Leitung von Dr. Rainer Kallenbach (Ex-CEO von Bosch SI) angekündigt. Die rund 600 Mitarbeiter sollen zukünftig digitale Mobilitätsdienstleistungen (Mobility-as-a-Service) wie etwa Fahrzeug-Sharing-Angebote, Mitfahrservices und Connected Car Services für Autofahrer entwickeln und vertreiben. Auch das Thema „Smart Parking“ ist ein Bestandteil des Bosch IoT-Portfolios. Aktuell arbeitet das Unternehmen zusammen mit Daimler am ersten Parkhaus, bei dem Autos autonom einparken sollen.

Auch die Akquisition des US-Startups Splitting Fares Inc. (SPLT) passt gut in das Bild der Mobilitätsstrategie von Bosch. SPLT bietet Mitfahrservices für Unternehmen. Mitarbeiter können über die App angeben, wann sie zur Arbeit möchten und wann sie wieder zurück nach Hause möchten. Die App liefert passende Matches von Kollegen, die die gleichen Zeitfenster angegeben haben. Daraus ergeben sich für die Mitarbeiter Zeiteinsparungen beim Weg zur Arbeit (v.a. in Ländern mit Gemeinschaftsfahrspuren, wie z.B. in den USA), und sie müssen nicht zu völlig Fremden in ein Auto steigen.

Im Bereich Elektromobilität hat Bosch das „system!e“ vorgestellt. Hierbei handelt es sich um eine Vernetzung des Elektroantriebs von Fahrzeugen mit der Cloud. Dieses neue Angebot soll Fahrern von Elektroautos die Sorge nehmen, mit dem Fahrzeug liegen zu bleiben. „system!e“ bietet u.a. eine bessere Reichweitendiagnose, einen Lade-Assistenten, der bei der Ladezyklusplanung für längere Fahrten helfen soll, sowie Smart-Home-Integration.

Erstmals präsent war auch der Datenmarktplatz Caruso. Die neutrale Datenplattform wurde im März 2017 gegründet und hat zum Ziel, fahrzeugbezogene Daten zu generieren und zu standardisieren. Darauf aufbauend soll es Akteuren des unabhängigen Aftermarket gelingen, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln. Neben Bosch sind hier auch weitere Automobilzulieferer als Partner mit im Boot, wie Continental, ZF und Schaeffler.

Smart Logistics und Supply Chain

Für Bosch ist Industrie 4.0 nach wie vor ein Fokusthema. Hier unterscheidet das Unternehmen zwischen „Manufacturing 4.0“, „Logistics 4.0“ und „Services 4.0“. Vor allem bei Logistik und Services baut Bosch sehr aktiv weiter seine Kompetenzen aus. So arbeitet das Unternehmen beispielsweise mit dem Schweizer Transport- und Logistikunternehmen Panalpina zusammen, um Supply-Chain-Prozesse zu verbessern. Zum Beispiel werden Frachtgüter mit Tracking Devices ausgestattet, um die Güter in Echtzeit verfolgen zu können, sodass Verspätungen erkannt und Frachtrouten angepasst werden können.

IoT-Partnerschaften

Für Bosch sind Partnerschaften nach wie vor ein zentraler Bestandteil der IoT-Strategie. So werden immer mehr Teile der Bosch IoT Suite auf AWS, Microsoft Azure und der IBM Cloud verfügbar. Das Unternehmen setzt auch weiterhin auf Open Source in Zusammenarbeit mit der Eclipse Foundation. Zudem investiert Bosch kräftig in die Kryptowährung IOTA. Dahinter steht die IOTA Foundation, eine Open-Source- und Non-Profit-Stiftung aus Berlin. Diese Kryptowährung ermöglicht den automatisierten Handel von vernetzten Geräten und Fahrzeugen im Internet of Things, beispielsweise bei Platooning-as-a-Service. Insgesamt zeigt sich eine Veränderung der Partnerlandschaft von Bosch: dominierten in den vergangenen Jahren noch Consulting- & Systems-Integration-Unternehmen, fokussiert sich Bosch jetzt verstärkt auf die Zusammenarbeit mit Unternehmensberatern wie McKinsey und auf viele Technologiepartnerschaften.