CoSMoS – Conference on Smart Mobility Services

Dieses Jahr fand die CoSMoS zum dritten Mal mit rund 170 Teilnehmern an der Technischen Hochschule (THI) in Ingolstadt statt. Wie der Name der Konferenz schon vermuten lässt, drehten sich die Vorträge rund um das Thema Smart Mobility. Und es wurden nicht nur die neuesten Trends aus der Businessperspektive gezeigt, sondern auch der aktuelle Stand der Forschung zu diesem komplexen Thema.

Eine interessante Erkenntnis: Autonomes Fahren, sei es nun mit dem Auto, Bus oder Zug, wird von den meisten Unternehmen und auch von der Forschung nur als ein Element des Mobility-as-a-Service-Konzepts gesehen. Autonome Fahrzeuge brauchen zum einen die Vernetzung untereinander, zum anderen aber auch mit ihrer Umwelt (andere Fahrzeuge, Verkehrsinfrastruktur etc.).

Ein Schlüsselelement von Smart Mobility Services sind Daten sowie die Frage, wie diese sinnvoll genutzt werden können, um Smart Mobility Services mit Mehrwert bieten zu können. Gleichzeitig scheint die Frage, wie Daten monetarisiert werden können, in vielen Anwendungsbereichen und Business Cases noch offen zu sein. Welche umfassenden Informationen man aus der Analyse von Mobilfunkdaten gewinnen kann, zeigt das Projekt „So bewegt sich Deutschland“ der Telefónica Next GmbH: Durch die Analyse und Hochrechnung der Mobilfunkdaten ihrer Kunden mithilfe der Data Anonymization Platform (DAP) kann Telefónica beispielsweise die Stoßzeiten im morgendlichen Pendlerverkehr ableiten, um so Städte bei der Verkehrsplanung zu unterstützen.

Was die Betreiber von Mobilitätslösungen für den Fahrzeugverkehr von Fluglinien lernen können, zeigt das Projekt von Ryanair in Zusammenarbeit mit Comtrade. Obwohl die Fluglinie im Schnitt den billigsten Ticketpreis unter allen europäischen Airlines hat, macht sie pro Ticket mehr Gewinn. Ein Grund hierfür ist, dass Ryanair Drittanbietern Zugang zu seinen Kunden und deren Daten bietet und sich dafür bezahlen lässt, dass den Kunden auch andere Services angeboten werden dürfen. Das Ziel von Ryanair ist es, den Kunden in Zukunft das Ticket sogar kostenlos zur Verfügung zu stellen. Der Ticketpreis würde sich dann über die Dritt-Serviceanbieter sowie über die Daten finanzieren, die die Kunden im Gegenzug zur Verfügung stellen. Dieses Modell könnte beispielsweise auch für Car-Sharing-Anbieter wie DriveNow interessant sein.

Beim Thema Mobilitätskonzepte rückt das Plattform-Konzept immer mehr in den Vordergrund, also die Bündelung und intelligente Vernetzung verschiedener Mobility Services untereinander. In diesem Zusammenhang fiel auf der Konferenz immer wieder der Name Whim, ein finnisches Unternehmen, das für die Stadt Helsinki eine solche MaaS-Platform anbietet. Nutzer können darüber entweder pro Fahrt oder per monatlichen Beitrag (bestimmte Anzahl an Fahrten, je nach Modell) bezahlen. Das Besondere daran: Der Nutzer kann jedes beliebige Verkehrsmittel, wie z.B. Car-Sharing, Bus oder Taxi, benutzen. Auch das österreichische Unternehmen Upstream (Eigentümer ist die Stadt Wien) setzt seit einiger Zeit auf ein ähnliches Konzept wie Whim.

Die Vorträge im Rahmen der CoSMoS haben gezeigt, dass sich derzeit viele Unternehmen, aber auch Städte und Gemeinden sowie die Forschung intensiv mit dem Thema Smart Mobility Services auseinandersetzen und es bereits erste vielversprechende Lösungen gibt. Dennoch gilt es noch viele offene Fragen zu beantworten und Herausforderungen zu meistern, bis Smart Mobility Services zum Mainstream werden. Dies zeigt auch unsere aktuelle PAC-Trendstudie zum Thema Transport.