Digitale Verwaltung 2025 - Fujitsu wagt einen Ausblick

Mit spannenden Vorträgen und Podiumsdiskussionen lud Fujitsu am 14. und 15. Februar 2017 zum „Jahreskongress Digitale Verwaltung“ nach Berlin und unterstrich im Vorfeld auf seiner Website vorsorglich, dass der Name der Location (Hotel „Titanic“) nicht zu wortwörtlich als Omen für das Kongressthema gesehen werden sollte. Und tatsächlich konnte ich auf der Veranstaltung deutlich eher Aufbruchs- als Untergangsstimmung vernehmen.

So startete der Kongress auch gleich mit einem Plädoyer des so genannten Bundes-CIO Klaus Vitt, die Digitalisierung und Konsolidierung der deutschen Verwaltung zielstrebig voranzutreiben. Dabei stellte er das Thema Cybersicherheit an den Anfang seiner Rede und unterstrich somit zugleich dessen rasant gewachsene Bedeutung. Denn es gelte nicht nur, die Chancen der Digitalisierung voll auszuschöpfen, sondern auch mögliche Gefahren abzuwehren, um langfristig voll handlungsfähig zu bleiben. Die Zentralisierung der IT könne dabei einen wichtigen Beitrag leisten, um die Herausforderungen konzentriert anzugehen.

Zentralisierung und Kooperation

Die Chancen und Perspektiven einer gemeinsamen IT-Steuerung zwischen den Verwaltungsebenen Bund, Land und Kommune standen auch im Zentrum der nachfolgenden Diskussionsrunde und weiterer Vorträge. Über die Treiber und Potenziale einer solchen Zusammenarbeit herrschte dabei zu weiten Teilen Konsens: Gemeinsam lassen sich die wichtigen Themen Wirtschaftlichkeit und IT-Sicherheit nun mal ganz anders angehen.

Zudem dürften die rasch wachsende Komplexität der IT, der demografische Wandel (Stichwort: IT-Fachkräftemangel) und die gestiegenen Erwartungen seitens der Bürger und Unternehmen im Hinblick auf digitalisierte und vereinheitlichte Angebote den Druck zur Kooperation auf die Verwaltungen verstärken. Zu viel Vielfalt wirkt eher blockierend. Dagegen ermöglichen Shared Services beispielsweise die gemeinsame Nutzung von IT-Know-how, ohne dass jede Verwaltung dieses separat vorhalten muss. Öffentliche IT-Dienstleistungszentren sowie externe IT-Dienstleister können dabei wichtige Unterstützung leisten.

Umsetzung kommt nur langsam voran

Die Diskussionen auf dem Podium – und dies zog sich auch durch meine Gespräche an beiden Konferenztagen – zeigten aber auch, dass man sich der Potenziale zwar bewusst ist, die Umsetzung in den Verwaltungsstellen jedoch oft nur schleppend vorankommt. Während der Bund in Sachen IT-Konsolidierung in den letzten Monaten deutlich vorgelegt hat (zum 01.01.2016 ging z.B. das ITZBund als zentraler IT-Dienstleister an den Start), kommen viele Länderverwaltungen noch deutlich langsamer voran. Und auf kommunaler Ebene sind es eher vereinzelte Städte und Landkreise, die hier mit gutem Beispiel vorweggehen und sich beispielsweise über kommunale IT-Dienstleistungszentren zusammenschließen.

Aber wie schafft man es letztlich, die Zusammenarbeit zu intensivieren und die Zentralisierung der IT voranzutreiben?

Dr. Johann Bizer (Dataport) schilderte sehr schön die aus seiner Sicht drei wichtigsten Grundprinzipien oder Grunderkenntnisse für eine erfolgreiche Zusammenarbeit:

  1. Keiner kann es auf Dauer alleine. (Nicht zuletzt auch mit besonderem Blick in Richtung IT-Sicherheit.)
  2. Gemeinsam kann man Vieles besser.
  3. Es gilt, eine Kooperation auf Augenhöhe zu etablieren.

Abseits dieser Prinzipien kristallisierte sich vielfach aber auch die Meinung heraus, dass ein gewisser politischer Druck durchaus hilfreich sein dürfte. In Ländern wie Berlin und Baden-Württemberg wurde beispielsweise im jeweiligen e-Government-Gesetz ein so genannter Abnahmezwang festgelegt. Sobald die zentralen IT-Dienstleister der Länder (ITDZ bzw. BITBW) die IT-Infrastrukturen und zunehmend auch Anwendungen zur Verfügung stellen, sind die Verwaltungen verpflichtet, innerhalb eines bestimmten Zeitraums auf die Nutzung dieser zentralen Services umzusteigen. Wer hier eine gewisse Monopolstellung wittert, hat natürlich nicht Unrecht. Ein regelmäßiges Benchmarking soll jedoch dafür sorgen, dass die zentralen Dienstleistungszentren marktkonforme Preise anbieten.

Ausblick in Richtung 2025

Bleibt festzuhalten, dass der Ausblick auf 2025 nicht leicht fällt. In acht Jahren kann und wird IT-seitig viel passieren (man überlege sich nur, was sich seit 2009 alles verändert hat). Aufgrund der Tatsache – und auch das wurde auf der Veranstaltung betont – dass die deutsche Verwaltung zwar ein weitgehend analoges, aber sehr gut funktionierendes System ist, dürfte der digitale Wandel der Verwaltung auch in naher Zukunft kein Höchstmaß an Agilität erreichen. Aber eine spürbare Beschleunigung sowohl der Digitalisierung als auch der IT-Konsolidierung darf meiner Meinung nach durchaus erwartet werden.

In jedem Falle werden sich in den Verwaltungen die Arbeitsroutinen und Rollen zahlreicher Mitarbeiter in den nächsten Jahren signifikant verändern. Hier ist eine gute Führung gefordert, die Mitarbeiter entsprechend mitzunehmen und langfristig zu motivieren. Coaching-Ansätze, wie sie beispielsweise auch Fujitsu innerhalb seines Consulting-Angebots praktiziert, können eine sinnvolle Ergänzung sein, um in den öffentlichen Verwaltungen den Übergang in die digitale Welt zu meistern.