IoT-News von der Bosch ConnectedWorld

Die ConnectedWorld in Berlin hat deutlich gemacht, wohin die IoT-Reise bei Bosch in den nächsten Jahren gehen wird. Im Zentrum stehen die folgenden drei Themen: Connected Car und autonomes Fahren, der Ausbau des IoT-Partner-Ökosystems und die eigene digitale Transformation.

Connected Car und autonomes Fahren

Bosch sieht das Thema autonomes Fahren in nicht mehr allzu ferner Zukunft und will daher seine Fähigkeiten rund um die Intelligenz im Auto rasch weiter ausbauen. Dazu investiert der Automobilzulieferer einerseits in ein eigenes Bosch Center for Artificial Intelligence und geht andererseits auch eine Kooperation mit der Universität Tübingen zur Gründung eines Cyber Valleys ein. Neben den eher längerfristigen Investitionen in die Zukunft der Mobilität bietet Bosch aber auch neue und ganz konkrete Lösungen für das Thema Connected Car an. Mit der Automotive Cloud Suite wurde eine neue IoT-Plattform dezidiert für das Thema Mobilität angekündigt. Die bereits bestehende, horizontal ausgerichtete IoT-Plattform von Bosch (die “Bosch IoT Suite”) bekommt damit nun einen vertikal ausgerichteten, (branchenspezifischen) Bruder an die Seite gestellt. Die Automotive Cloud Suite ermöglicht Entwicklung, Betrieb und Verbreitung von Services für vernetzte Automobile. Wir sind gespannt, ob hier bald weitere branchenspezifische IoT-Plattformen folgen werden. Bosch beschränkt sich in diesem Bereich aber nicht nur auf seine Plattform. In Kooperation mit NVIDIA hat Bosch den AI Car Computer entwickelt, der über genug Rechenpower und Deep-Learning-Fähigkeiten verfügt, um Level 4 des autonomen Fahrens zu ermöglichen.

IoT-Partner-Ökosystem

Der konsequente Ausbau des Ökosystems von IoT-Partnern steht bei Bosch ungebrochen im Fokus. Dies bezieht sich einerseits natürlich gerade auch auf das oben angesprochene Thema Connected Car und autonomes Fahren, wie die Vorträge der CEOs von NVIDIA, HERE und Mobileye auf der Bosch ConnectedWorld unterstreichen. Andererseits knüpft Bosch auch immer engere Bande zu anderen Schwergewichten aus IT und Industrie wie SAP, GE oder AWS. So wird Bosch seine IoT-Suite auf Wunsch zukünftig über AWS zur Verfügung stellen. Das Ziel ist klar: Man möchte mit aller Macht verhindern, dass einzelne Giganten (wie z.B. Google) den Mobility- oder IoT-Markt alleine dominieren. Die Beispiele sind altbekannt: Google dominiert mit seiner Suchmaschine den Werbemarkt, Amazon als Händler hat es mit AWS geschafft, den Cloud-Markt an sich zu reißen. Die Automobilbranche und die gesamte Industrie formieren sich, um „Digital Disruptors” im Bereich Mobilität und IoT mit vereinten Kräften abzuwehren.

Digitale Transformation

Bosch gab auf der ConnectedWorld aber nicht nur Einblicke in seine Visionen und Lösungen rund um IoT, sondern zeigte auch auf, welche organisatorischen Veränderungen durch IoT und Digitalisierung notwendig werden. Der organisatorische Umbau des Bosch-Konzerns hat bereits begonnen. Der Trend geht dabei weg von funktionalen Silos hin zu kleinen, horizontalen Teams, die kundenfokussierter, schneller und ganzheitlicher agieren können. Es gibt somit auch keine individuellen Ziele für Mitarbeiter mehr, sondern nur noch Teamziele. Vorreiter im Konzern ist hier der Bereich Power Tools. Der Geschäftsbereich generiert einen Umsatz von 800 Mio. Euro und wurde mittlerweile in 10 Geschäftseinheiten mit horizontalen Teams aufgeteilt. Neue Organisationsstrukturen zeigen sehr gut, wie ernst es Unternehmen mit der eigenen digitalen Transformation ist und wie weit sie schon gekommen sind.