Multi-Cloud und Cloud Managed Services im Manufacturing-Umfeld - Teil 6/10

Multi-Cloud und Cloud Managed Services im Manufacturing-Umfeld - Teil 6/10

In diesem Blog-Beitrag betrachten wir die Organisation der Cloud-Zuständigkeiten und die Umsetzungsstrategien.

Wenn Sie die einzelnen Blog-Beiträge nicht abwarten möchten, können Sie die Studie, die PAC im Auftrag von Rackspace erstellt hat, auch direkt bei Rackspace herunterladen:
https://rackspace-deutschland.cloud/manufacturing-cloud-studie/

Organisation der Cloud-Zuständigkeiten und Umsetzungsstrategien

Wenn es um die Auswahl des Deployment- bzw. Betriebsmodells geht, so liegt der Auswahlprozess klar in der Hand der IT-Abteilung und der betroffenen Fachbereiche. Die Geschäftsleitung hat in vielen Fällen noch einen gewissen Einfluss, ebenso wie externe Berater. Mitarbeiter sind zumindest nicht stark in den Prozess involviert.

Die größten Unterschiede zwischen der Schweiz und Deutschland finden sich bei der Beteiligung der Fachbereiche, die in Deutschland (86 % stark involviert) etwas höher ist als in der Schweiz (72 % stark involviert). Auch bei den externen Beratern greifen deutsche Unternehmen häufiger auf eine starke Beteiligung zurück (26 %) als Schweizer Unternehmen (21 %). 

Rackspace; Multi-Cloud; Cloud Managed Services; Manufacturing

Abb. 1:   Welche der Akteure sind in Ihrem Unternehmen bei der Auswahl des Betriebsmodells (vor Ort vs. Cloud vs. Hybrid) stark, teilweise oder gar nicht involviert?

Noch deutlicher sind die Unterschiede zwischen kleineren Unternehmen mit 250 bis 999 Mitarbeitern und großen Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern. Insgesamt sinkt die Beteiligung der Fachbereiche mit der Größe des Unternehmens (starke Beteiligung 89 % vs. 67 %), während die Beteiligung des Top-Managements etwas zunimmt (starke Beteiligung 33 % vs. 45 %), ebenso wie die externer Berater (starke Beteiligung 23 % vs. 28 %). 

Interessant ist auch die Frage, welche Personengruppe die Auswahl der konkreten Cloud-Dienste und Cloud-Dienstleister treibt bzw. letztlich dafür verantwortlich ist. In Deutschland sind dies überraschenderweise bei 30 % der befragten Unternehmen die Fachbereiche, gefolgt von der IT-Abteilung mit 28 % und dem Top-Management mit 26 %. In der Schweiz zeigt sich ein anderes Bild. Dort ist in 43 % der befragten Unternehmen die IT-Abteilung in der Verantwortung, gefolgt von den Fachbereichen mit 28 % und dem Top-Management mit 18 %.

Abb. 2:   Welcher der Akteure hat/hätte den Lead bei der Auswahl von Cloud-Diensten und Dienstleistern?

Auch zwischen den betrachteten Größenklassen ergeben sich deutliche Unterschiede. In kleineren Unternehmen treiben die Fachbereiche zu 33 % die Auswahl der Cloud-Dienste und Dienstleister, zu 31 % die IT-Abteilung und zu 20 % das Top-Management. Bei den großen Unternehmen ist die IT-Abteilung zu 35 % die treibende Kraft, gefolgt vom Top-Management mit 30 % und den Fachbereichen mit 23 %.

Diese Ergebnisse sind zunächst einmal doch eher erstaunlich. Dass die Geschäftsleitung sich in die Cloud-Strategie einbringt, wäre nachvollziehbar, wenn sie dies aber auch in einem nicht zu vernachlässigenden Teil der Unternehmen bei der konkreten Auswahl von Diensten und Dienstleistern tut, zeigt das einerseits, dass das Thema Cloud und andererseits, dass das Thema IT insgesamt einen besonderen Stellenwert im verarbeitenden Gewerbe haben.

Dies wird auch deutlich, wenn man die derzeitige und zukünftige Cloud-Strategie beleuchtet.

Best-of-Breed, also die Auswahl der jeweils optimal passenden Lösung für eine Aufgabe, auch wenn dies zu hybriden bzw. Multi-Cloud-Lösungen führt, steht bereits heute in vielen Unternehmen auf der Strategie-Agenda. Dieser Fokus wird sich weiter verstärken, was letztlich auch die Komplexität des Betriebs erhöht und damit den Bedarf nach externer Unterstützung erhöht.

Auch eine Auslagerung des Cloud-Betriebs in einem größeren Outsourcing-Konstrukt ist für viele Unternehmen eine wichtige Option und wird noch weiter an Bedeutung gewinnen. Dabei ist wichtig zu erkennen, dass es in diesen Verträgen nicht nur um Infrastruktur, sondern insbesondere auch um Applikationen geht.

Abb. 3:   Wie stimmen Sie den Aussagen zu Ihrer derzeitigen und zukünftigen Cloud-Strategie zu?

Spannend ist die Strategie, verstärkt auf eine Private Cloud zu setzen und zumindest teilweise am klassischen Software Deployment festzuhalten. Auch von einer klaren Cloud-First-Strategie kann nicht die Rede sein, sonst würden neue Lösungen in jedem Fall in einer Cloud-Umgebung betrieben. Insgesamt zeigt sich, dass die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes Cloud-Lösungen gegenüber durchaus positiv eingestellt sind, jedoch nicht blind in die Cloud gehen, sondern jeweils die optimale Lösung anstreben.